Toyota Automuseum Video
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Automobilhersteller auf die Dokumentation der eigenen Vergangenheit besonnen. Toyota, der derzeit erfolgreichste Automobilhersteller der Welt, geht mit seinem im April 1989 eröffneten Automuseum in Nagoya noch einen Schritt weiter. Auf drei Etagen und 11.000 m² wird die Geschichte des Automobils mit viel Verstand nachgezeichnet. Schnell wird dem Besucher klar, dass man hier sicher einige der wichtigsten Automodelle der Welt finden wird, wie wir auch noch zeigen werden. Alle Modelle befinden sich in einem perfekten Zustand und sind ausnahmslos fahrbereit. Neben Autos findet man eine Vielzahl von Gegenständen der automobilen Geschichte: Kühlerfiguren, Tretautos oder alte Zapfsäulen. Das Herz eines jeden Automobilisten schlägt hier schneller. Ausgehend vom ersten Automobil über die Pionierzeit, die Vorkriegs- und Nachkriegszeit bis hin zur Neuzeit mit dem Schwerpunkt der Entstehung der japanischen Automobilindustrie, in mehreren Abschnitten wird die Entwicklung der Fahrzeugtechnik nachgezeichnet. Sehr ansprechend ist die Darstellung der verschiedenen Epochen durch die gemeinsame Ausstellung von Automobilen und zeitgenössischen Konsumgütern, Literatur und Freizeitartikeln.
Bei Toyota begann die Automobilgeschichte im Jahr 1936 mit dem Modell AA. Dieses allererste Modell, von dem keines mehr erhalten ist, weshalb man nach Originalplänen einige Replikas schuf, bildet so etwas wie den Mittelpunkt der Ausstellung. Beginnen möchten wir unseren kleinen Rundgang durch einige Höhepunkte allerdings mit dem ersten Automobil überhaupt: dem Benz-Motorwagen von 1886. Ein Wagen mit dem alles begann und der viele Hersteller ermutigte schon früh eigene Fahrzeuge herzustellen. Man stößt in diesem einzigartigen Museum darauf, dass in den frühen Jahren die Konzepte so vielfältig waren wie die Marken. Hier einige Highlights: das erste Massenmodell, der Ford T von 1909, der Stanley Steamer E2, ein dampfgetriebenes Fahrzeug aus dem Jahr 1909 und der erste Cadillac: das Modell A von 1902. Ein weiteres Antriebskonzept aus dem gleichen Jahr: der Baker Electric.
Im nächsten Abschnitt ein besonders seltenes Exponat: der Essex Coach von 1923, gefolgt von vier seltenen Europäern: ein Peugeot BB, ein Morris Oxford, ein Austin Seven und ein Citroen 5CV. Der Thomas Flyer von 1909, der Sieger des Rennens von Paris nach New York. Der Stutz Bearcat der Serie F von 1914, ein Wagen, dessen Entstehung auf das 500 Meilen-Rennen von Indianapolis zurückgeht. Ein Renault DJ, ein weiterer Zeuge der Pionierjahre des Automobils.
Rennfahrzeuge der frühen Jahre: der Alfa Romeo 6C 1750 von 1930 und der Bugatti Typ 35B, der wohl bekannteste Bugatti, aus dem Jahr 1926. Zu Beginn der 30er Jahre der Inbegriff des amerikanischen Traums: ein Duesenberg Modell J und ein Cadillac.
Auch heute noch von atemberaubender Eleganz, die dreißiger Jahre: der Lancia Astura Tipo 233c, der Mercedes 500K, der frontangetriebene Cord Front Drive, ein Jaguar und ein MG Midget Typ TA und der wunderschöne Delage Typ D8. Große Amerikaner, hier Chevrolet Master und De Soto Airflow und dazu kleine Europäer: der Fiat Topolino, auch von 1936. Europäische Erfolgsmodelle: der Citroen 11B Traction Avante, der Morris Eight und der erste VW Käfer. Die amerikanische Antwort: Lincoln, Cadillac und der Willis Jeep, der Begründer einer neuen Fahrzeugkategorie.
Zur gleichen Zeit die ersten Fahrzeuge in Japan: der Toyota AB, das Modell AA als ersten Toyota überhaupt, sahen wir schon, der Toyota AC und der Nissan Modell 70 und der Toyopet, damals hießen die Toyotas noch so, aus dem Jahre 1951. Hier noch zwei Toyopet: das Modell Super von 1953 und der Crown von 1955.
Dieser Lizenzbau des Renault 4CV von 1962 entstand bei Hino, der heutigen LKW-Tochter des Toyota-Konzerns.
Japanische Kleinwagen der Nachkriegszeit: ein Suzu Light, ein Subaru, ein Mazda R360 und ein Mitsubishi 500.
Dieser Toyota Century ist bis heute der Traum eines jeden Japaners: 12 Zylinder und Oberschichten-Status garantiert.
Die japanischen Sportwagen der Sechziger und Siebziger: Man setzte weltweit erste Akzente. Diesen Toyota Sports 800 gab es übrigens in zwei Versionen: als Zweizylinder mit 790 Kubik und als ersten serienmäßigen Hybrid von Toyota, und das bereits 1965.
Ein Auto, das die Phantasie überschlagen lässt: der Toyota 2000 GT. Auf den Markt kam dieser Wagen bereits 1965 und war der Star eines frühen James-Bond-Films, sowie Rekordhalter dreier Geschwindigkeitsweltrekorde. Fast ebenso begehrt: der Mazda Cosmo, nach dem NSU der zweite Wagen weltweit mit einem Wankelmotor, 200 km/h erreichte er damit locker.
Eine Rennlegende der siebziger Jahre: der Toyota Seven. Der Achtzylinder fuhr später mit Turbomotor und 800 PS gegen Porsche und Nissan in der Weltmeisterschaft.
Zum Abschluss ist es uns gelungen Ihnen noch einen kleinen Einblick in das Archiv der nicht ausgestellten Fahrzeuge zu geben. Neben den circa 250 Fahrzeugen der permanenten Ausstellung besitzt das Museum noch circa 80 sehr seltene Fahrzeuge die derzeit nicht in das Ausstellungskonzept passen. Unser Blick verrät, dass dort ebenfalls noch sehr interessante Fahrzeuge warten, so wie dieser sehr seltene Tucker Torpedo, der schon 1946 viele zukünftige Feinheiten vorwegnahm, so zum Beispiel Kurvenlicht und vieles mehr. Die erste Corvette oder der Mercedes Gullwing. Ein Archiv zum Staunen: ein De Lorean und ein Facel Vega, ein Toyota Sport 800 und zwei sehr seltene 2000 GT, hier eine Rennversion. Und das einzig erhaltene Cabrio des 2000 GT aus dem James-Bond-Film.
Durch und durch ein sehr sehenswertes Museum, besonders für den Autokenner. Für jeden, der selbst einmal nach Japan kommt, eine unbedingte Empfehlung. Wer sich schon einmal informieren möchte, dem sei die Homepage empfohlen: www.toyota.co.jp/Museum/index.html
Quelle: UnitedPicturesTV
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