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Magna schreibt Karman-Dachsparte nicht ab: Plan B

Obwohl das Bundeskartellamt dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna die Übernahme der Karmann-Dachsparte vor wenigen Tagen versagt hat, gibt Magna sein Vorhaben nicht prinzipiell auf. Das Unternehmen plant nach wie vor, einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme zu übernehmen und spricht von einem Plan B.

„Wir hoffen, dass wir trotz des Vetos des Kartellamts einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme übernehmen können", sagte Magna-Steyr-Vorstandschef Günther Apfalter dem Branchenblatt „Automobilwoche". Apfalter nannte zwar keine Details, doch habe man bei Magna „immer einen Plan B“. Er deutete an, dass die Dachsparte der in Insolvenz gegangenen Osnabrücker Traditionsfirma nicht unbedingt unter dem Dach der Magna-Gruppe angesiedelt sein müsste.

Rückstärkung erfuhr Magna durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, der die Ablehnung durch die Kartellbehörde ausdrücklich bedauert hatte. Der CDU-Politiker kündigte an, eine Ministererlaubnis und ein Klageverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf prüfen zu lassen. Begründet hatte die Behörde ihre Absage an Magna mit der zu erwartenden hohen Konzentration in diesem Geschäftsfeld. Der Zusammenschluss von Magna und Karmann hätte nach ihrer Auffassung dazu geführt, dass europaweit nur noch zwei große Anbieter das Geschäft mit Cabrio-Dachsystemen betrieben. Eine derartige Beeinträchtigung des Wettbewerbs könne man nicht zulassen, so die Argumentation. Apfalter ist „verblüfft“, dass das Kartellamt gegen Magna entschieden hat. Es gebe keine realistische Alternative. Er hält die Magna-Lösung für die bessere für Kunden und Standort, denn der Magna-Plan enthalte eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter, so der Magna-Manager.

Wie vor dem Entscheid der Behörde teilen sich Magna und Webasto Edscha auch künftig das Geschäft mit Cabrio-Dächern. Allerdings besteht jetzt die Gefahr, dass die Osnabrücker Karmann-Mitarbeiter abgewickelt werden. Ob das Kartellurteil weise war, darf bezweifelt werden. (auto-reporter.net/arie)

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Veröffentlicht unter: Autonews

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