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Kommentar: Winterkorn-Verlängerung, eine vorbildliche Entscheidung
Dass Martin Winterkorn seinen Vertrag verlängert bekommt, ist ein großartiges Signal in die Arbeitswelt: Mit 63 Jahren zählt man noch lange nicht zum alten Eisen. Wer so erfolgreich gearbeitet hat und arbeitet, voll in der Blüte seiner Schaffenskraft steht, darf nicht ausgemustert werden. Und wenn der Betriebsrat von der gewerkschaftlichen Kritik an der Rente mit 67 abzuweichen bereit ist, und ausdrücklich bei Winterkorn eine Ausnahme befürwortet, darf das ruhig als Beweis dafür dienen, dass selbst die Gewerkschaften wissen, wie leistungsfähig Menschen auch jenseits des 60. Geburtstags noch sein können.
Gerade Martin Winterkorn mit seiner Vision, Volkswagen zum führenden Autokonzern in der Welt zu machen, ist ein Beleg dafür, welche Sünde es wäre, einen so erfahrenen Mann in den Ruhestand zu verabschieden. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Unternehmen daran ein Beispiel nehmen.
Gerade in den letzten Jahren sind zu oft hervorragende Führungskräfte „altershalber“ ausgeschieden, die gerne geblieben und weiterhin Großartiges geleistet hätten. Aber ungeschriebene Gesetze der jeweiligen Unternehmenskulturen verfügen oft, dass mit 60 Schluss zu sein hat. Mir fallen spontan zehn Namen ein, deren Potenzial auf dem Altar des Jugendwahns geopfert wurde. Oft suchen sich diese Unruheständler dann ein neues Arbeitsfeld – zuweilen auch bei der Konkurrenz. Das ist schade. Es ist an der Zeit, dieses „Gesetz“ über Bord zu werfen. Und jetzt bitte nicht mit dem gerne genommenen Dachdecker argumentieren, der alt und gebrechlich ab 61 vom Dach zu fallen droht!
Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat eine vorbildliche Entscheidung getroffen. Nicht nur, weil Winterkorn es verdient hat, sondern auch weil dieser Mann VW in eine sehr gute Zukunft führen wird. Es wäre sträflicher Leichtsinn, ihn gerade jetzt gehen zu lassen. Die Amerikaner sagen „Never change a winning team“. Bezogen auf Winterkorn kann, nein, sollte das noch ein paar Jahre gelten. Und wenn man ihn so sieht und hört, macht es ihm auch noch richtig Spaß. Von Amtsmüdigkeit keine Spur. (Auto-Reporter.NET/Hans-U. Wiersch)
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