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Daimler trennt sich von Tata-Beteiligung
Daimler hat sich am 9. März 2010 von all seinen Anteilen am indischen Automobilkonzern Tata Motors getrennt und an verschiedene Investorengruppen verkauft. Der Autobauer war zu 5,34 Prozent an den Indern beteiligt. Aufgrund des 2009 deutlich gestiegenen Aktienkurses des indischen Unternehmens können die Stuttgarter mit einem Kapitalzufluss von ungefähr 300 Millionen Euro rechnen. Die Transaktion wird sich im EBIT mit ungefähr 265 Millionen Euro niederschlagen und im 1. Quartal 2010 gebucht.
Branchenexperten werten diesen Schritt Daimlers als Strategiewechsel in Richtung China. Dort sind die Schwaben bereits am Hersteller BYD beteiligt, mit dem sie gemeinsam ein Elektroauto auf den chinesischen Markt bringen wollen.
Daimler hält seine Ausgangsposition für die Erschließung der Wachstumspotentiale bei Pkws und Nutzfahrzeugen in Indien für „hervorragend“. Auch ohne eine Beteiligung an Tata. Eine Fortführung der Kapitalbeteiligung von Daimler an Tata sei für das weitere Engagement in der Region nicht notwendig, betont der Autobauer.
Die Stuttgarter sind in Indien über die 100-prozentige Tochtergesellschaft Mercedes-Benz India etabliert und produzieren in Pune seit 1995 Mercedes-Benz Pkws und Nutzfahrzeuge. Im Februar vergangenen Jahres wurde am gleichen Standort ein neues Werk für die Modellreihen E und S eröffnet, die bislang bei Tata montiert worden waren. – In den ersten beiden Monaten des Jahres hat die Marke 800 Einheiten verkauft und damit ihren Absatz fast verdoppelt; insgesamt ist für 2010 ein Wachstum im zweistelligen Bereich geplant.
Für Daimler Trucks ist Indien ein schnell wachsender Absatzmarkt und gleichzeitig auch „der Schlüssel für eine völlig neue Generation von Produkten“. Zurzeit baut Daimler (Daimler India Commercial Vehicles Ltd./DICV) im südöstlich gelegenen Chennai ein eigenes Lkw-Werk. Ab 2012 soll dort unter einer neuen Marke die Produktion von leichten, mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen für den indischen Volumenmarkt beginnen. Die Fertigung für den Export in weitere Schwellenländer folgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Neben dem Pkw- und Nutzfahrzeuggeschäft betreibt Daimler in Bangalore seit 1996 den größten Standort für Forschung und Entwicklung ausserhalb Deutschlands. (auto-reporter.net/arie)
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